Nicht in unserem Namen – Wirtschaft denkt weiter

Wer Klimaziele aufweicht, schwächt die Wirtschaft.

Die jüngst beschlossene DIHK-Position zum Klimaschutz ist in der Wirtschaft umstritten. Die Dachorganisation der IHKs verabschiedet sich mit dem Papier erstmals von verbindlichen Klimazielen und schwächt die Erneuerbaren Energien. Viele IHK-Mitglieder sehen das aber kritisch und sind mit dem Ausbremsen der Energiewende und dem Abschwächen von Klimazielen nicht einverstanden.

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Hintergrund und Einordnung

In ihrem Positionspapier "Klimaschutz effizienter erreichen und international abstimmen" fordert die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) eine deutliche Abkehr von der bisherigen Struktur der deutschen Klimaziele, wie dem Ausbau der Erneuerbaren Energien. Das Papier wurde trotz Enthaltungen und kritischer Nachfragen beschlossen. Zudem fehlte eine breite Beteiligung aller IHK-Mitgliedsunternehmen im Vorfeld.

Kernpunkte der neuen DIHK-Position:

Abkehr von Klimazielen: Aufgabe verbindlicher, jahresscharfer Zwischenziele.

Energiewende ausbremsen: Infragestellen der Ausbauziele für erneuerbare Energien und Effizienz.

Hinterfragen der Klimaneutralität 2045: Klimabemühungen an Wettbewerber koppeln und nationale Ambition senken.

Abschwächung der Ambition im Emissionshandel: ETS nicht mehr an Klimazielen ausrichten.

Diese Perspektive wird von vielen Unternehmen als einseitig bewertet.
Die DIHK-Position berücksichtigt zentrale ökonomische Chancen der wirtschaftlichen Modernisierung zu wenig, unterschätzt die Risiken des Nichthandelns und schafft Unsicherheiten für Investitionsentscheidungen.

Kritikpunkte aus Unternehmenssicht

Aus Sicht vieler IHK-Mitglieder sind das die kritischen Punkte der DIHK-Position:

Der Verzicht auf klare Ausbauziele und verbindliche Zwischenziele erschwert Investitionen. Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen – keine „atmenden“ Zielsysteme ohne Orientierung.

Das Papier stellt Transformation primär als Belastung dar. Es ignoriert, dass Klimaschutz Märkte schafft, Innovation antreibt und Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit ist. Die Kosten des Nichthandelns bleiben weitgehend unberücksichtigt.

Die Idee, nationale Ziele an das Verhalten anderer Länder zu koppeln oder bei ausbleibendem Fortschritt abzuschwächen, untergräbt internationale Glaubwürdigkeit und Investitionssicherheit.

Unter dem Label „Technologieneutralität“ werden bestimmte Optionen bevorzugt (z. B. CCS, Wasserstoffimporte), während bewährte Lösungen wie erneuerbare Energien faktisch ausgebremst werden.

Gerade KMU sind auf stabile Rahmenbedingungen und verlässliche Förderstrukturen angewiesen. Diese Perspektive findet im DIHK-Papier keine Berücksichtigung.

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Die IHKs sind Einrichtungen der Wirtschaft für die Wirtschaft. Aber sie können nur wissen, was die Unternehmen bewegt, wenn sich auch alle zu Wort melden. Daher:
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